Gesetze und Richtlinien

Der Zeitplan im Kontext der Inklusion

  • Die WHO geht davon aus, dass 15 Prozent der Bev√∂lkerung eine Behinderung hat.
    als Behinderung gilt, wenn eine T√§tigkeit gar nicht oder nicht mehr effizient ausgef√ľhrt werden kann.
  • 2006 stellt die UNO die Rechtskonvention f√ľr Menschen mit Behinderung auf, die 2008 in Kraft tritt. Definiert wird der Begriff Barriere aus dem Kontext der durch die Umwelt geschaffener baulicher und auch digitaler Ma√ünahmen entstehen.
    Diese können dazu beitragen, dass ein Mensch in seinem Handeln und in seiner Entwicklung behindert wird.
  • 2009 tritt der v√∂lkerrechtliche Vertrag der UNO in Deutschland (Ratifizierung) mit der Forderung des Rechts auf Inklusion in Kraft. Inklusion hei√üt, dass alle Menschen teilhaben k√∂nnen am gesellschaftlichen Leben und √ľberall einbezogen werden, unabh√§ngig von Geschlecht, F√§higkeiten oder Einschr√§nkungen. Dies gilt auch f√ľr s√§mtliche Kommunikationsbereiche
    sowie f√ľr den Bereich Bildung und Lernen.
  • 2003 entstand parallel zum Prozess der UNO auf nationaler Ebene die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) , die auf
    Grundlage des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes entstanden ist.
  • 2011 und im Oktober 2019 wurde die BITV in der Stufe 2 und als neue BITV 2.0 fortlaufend technischen Entwicklungen angepasst. Diese dient als Grundlage f√ľr die Umsetzung der Digitalen Barrierefreiheit in den L√§ndern der BRD.

  • Juni 2019 ist der European Accessibility Act gesetzlich in der EU verabschiedet worden und muss bis 2025 verbindlich umgesetzt sein. Dieser ist Vorgabe f√ľr die Umsetzung der Digitalen Barrierefreiheit in den Mitgliedsstaaten der EU und bezieht sich teils auf Dienstleistungen und Produkte privater Unternehmen.
  • Im Mai 2021 wurde im deutschen Bundestag das Barrierefreiheitsst√§rkungsgesetz ‚Äď BFSG verabschiedet, welches auf nationaler Ebene die Umsetzung des EAA f√ľr Deutschland darstellt.

Wer muss die Digitale Barrierefreiheit umsetzen?

Die Richtlinie 2016/2102 adressiert die öffentliche Hand
Und ist in die neue BITV eingegangen. Sie umfasst die folgenden Punkte:

  • Anwendungen des Internets von √∂ffentlichen Einrichtungen und des Intranets.
  • Verwaltungsanwendungen und Dokumente √∂ffentlicher Stellen
    Das sind alle Stellen, die dem Europäischen Recht nach der öffentlichen Auftragsvergabe unterliegen.

Dazu zählen:

  • Bund, L√§nder und Gemeinden.
  • juristische Personen des √∂ffentlichen und privaten Rechts, sofern diese im Allgemeininteresse liegende Aufgaben nicht-gewerblicher Art wahrnehmen

Ein allgemeines Interesse besteht bei folgenden Institutionen:

  • Sozialversicherungstr√§gern
  • Rentenabteilungen
  • Krankenkassen und kommunale Aufgabentr√§gern, z.B. Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte
  • Kultureinrichtungen
  • Teile der Wirtschaft und Handel, wenn diese zu
    Mehr als 50% f√ľr √∂ffentliche Auftraggeber arbeiten.
  • √Ėffentlicher Nahverkehr
  • √Ėffentliche Bildungstr√§ger von Aus- und Weiterbildung
  • Sozialtr√§ger mit Dienstleistungen

Ausnahmen bestehen f√ľr Schulen, Kinderg√§rten und Krippen. Die wesentlichen Verwaltungsfunktionen m√ľssen allerdings auch in diesem Fall den Barrierefreiheitsanforderungen der Richtlinie Rechnung tragen.

Welche Aspekte bestehen somit an die digitale Barrierefreiheit?

F√ľr den Gedanken der Inklusion betrifft dies insbesondere Menschen,

  • die als Besucher von Websites keine visuellen Informationen aus Diagrammen und Bildern wahrnehmen k√∂nnen.
  • die keinen Ton h√∂ren oder keine Maus bedienen k√∂nnen
  • die langsame Internetverbindungen durch Smart-Ger√§te verwenden und die gro√üe Dateien nicht einfach herunterladen k√∂nnen.
  • die Schwierigkeiten haben, sich auf schlecht organisierten Websites mit unklarem Aufbau zurechtzufinden, weil Sie eine Lernbehinderung haben, eine andere Sprache sprechen oder j√ľnger bzw. √§lter als der durchschnittliche Benutzer sind.

All diese Faktoren erfordern ein universales Design, das von einem m√∂glichst breiten Spektrum potenzieller Besucher und nicht von einem idealisierten “Durchschnitt” genutzt werden kann. Dies erfordert, dass sie die Bed√ľrfnisse von Personen mit einer Vielzahl von Behinderungen, Altersgruppen und Muttersprachen ber√ľcksichtigen m√ľssen.

Um eine organisationsweite Entwicklung f√ľr ein inklusives Design zu gew√§hrleisten, werden auf internationaler Ebene die Web-Content-Accessibility-Guidelines ‚Äď die WCAG als internationaler Standard zur Barrierefreiheit verwendet. Diese sind seit 2019 in EN 301 549 eingegangen und auf europ√§ischer Ebene verpflichtend.


Quelle: