Kategorie: Barrierefreiheit

Beispiel

Anhand der drei folgenden Gruppen können Sie bereits erahnen, welche BedĂŒrfnisse bestehen und was zu beachten ist. Aber keine Angst, es haben sich ĂŒber die Jahre Menschen Gedanken ĂŒber die Barrierefreiheit gemacht und AnsĂ€tze weiterentwickelt. Es heißt weiter „am DrĂŒcker“ zu bleiben und kreative Lösungen auch im Hinblick neuer Technologien zu verfolgen.


Gehörlose Menschen kommunizieren mit Gestik und Mimik.

Eine Angehörige mit einem gehörlosen Sohn erklĂ€rte zum Thema SelbstĂ€ndigkeit, dass bis in die 80er Jahre Gehörlose Menschen einen Wortschatz von 150 – 200 Wörter lernten, um sich mit anderen Menschen ĂŒber die Lautsprache zu verstĂ€ndigen.

Erst danach wurde die GebÀrdensprache immer mehr und mehr zur offiziellen Sprache anerkannt.
Heute gibt es sogar lĂ€nderspezifische Dialekte wie beispielsweise das bayrische „Wurschtel“ fĂŒr Wurst! Die GebĂ€rdensprache ist dabei vollwertig in ihrer Syntax und Grammatik, im Satzaufbau teils anders verwendet wie die Schriftsprache und Gestik und Mimik bilden zusammen AusdrucksstĂ€rke und Inhalt. Um so verstĂ€ndlicher ist es, dass die Schriftsprache mit all seinen Beschreibungen wie eine Art Fremdsprache fĂŒr gehörlose Menschen erlernt werden muss.

Werden jedoch mehr und mehr allgemein verstÀndliche Symbole und Illustrationen eingebunden, auch in Kombination passend zum Text, erleichtert dies das VerstÀndnis des gesamten Inhalts.

Hochgradig sehbehinderte- und blinde  Menschen verstehen allein aus dem TextverstÀndnis heraus

Die beste „Hörfilmfassung“ ist ein Roman – ohne Bilder, wobei der Verlauf der Geschichte mit allen HandlungsstrĂ€ngen einschließlich bildhafter Darstellung durch reinen Text auskommt!

Interessant dabei ist, dass auch Sehende in gleicher Weise ein VerstĂ€ndnis von der Handlung erhalten – nur mit anderen „bildlichen“ Vorstellungen vom Geschehen.

Dies bedeutet, dass fĂŒr den Einsatz von Bildern  und einer Beschreibung dazu, diese nicht den eigentlichen Textfluss stören darf, sondern Ihn um diese Bildbeschreibung sinnvoll ergĂ€nzen.

Bild und Text stellen somit die Handlung ohne BrĂŒche dar.

Kognitiv – ein Augenmerk auf die Konzentration und Wahrnehmung ist wichtig

WĂ€hrend fĂŒr sehbehinderte Menschen das Lesen eher durch einen starken Kontrast verbessert wird, ist hier eher Vorsicht geboten, mit  „sanften“ Farben fĂŒr Hintergrund und ÜbergĂ€nge zu arbeiten!

lange Fließtexte mit Beschreibungen könnte zum Leseabbruch fĂŒhren. Inhalte in kurzen verstĂ€ndlichen SĂ€tzen „auf den Punkt gebracht“ setzen den Fokus auf das Wesentliche. ErgĂ€nzend dazu ein durchweg einheitlicher Aufbau bestimmter Inhalte durch AufzĂ€hlungen, EinrĂŒckung und Hervorhebung von wichtigen Textpassagen fĂŒhren auf „kurzem Weg“ gezielt als schnelle Übersicht zur gewĂŒnschten Information.

Was lÀsst sich daraus ableiten?

Gehörlose und kognitiv beeintrĂ€chtigte Menschen kommen beide gut mit weniger Text und zusĂ€tzlichen Bildern und Symbolen aus. Aber Vorsicht! Gehörlose Menschen nutzen bereits in Ihrer Sprache viel Symbolik. UnabhĂ€ngig davon sind grafische Elemente (wie beispielsweise Piktogramme) sinnvoll, die fĂŒr alle verstĂ€ndlich sind. Eine klare Struktur ist bei allen drei zuvor aufgefĂŒhrten Handicaps von Vorteil, da auch blinde Menschen sich viel an dem einheitlichen Aufbau der Seite orientieren. FĂŒr stark seheingeschrĂ€nkte Menschen sind die bildlichen Informationen kaum verwertbar. Die Beschreibung dazu muss kurz, aber aussagekrĂ€ftig genug sein und bildet zusammen mit dem Fließtext die gesamte Handlung.

Auf den nÀchsten Seiten möchte ich gern weitere Personen mit unterschiedlichen BeeintrÀchtigungen vorstellen.

Wie arbeiten blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen?


SpÀterblindung und die Umstellung am Arbeitsplatz.

Sonja hatte wie die meisten SpĂ€terblindeten einen Sehrest, der durch eine Augenerkrankung mehr und mehr abnahm. Mit Ende 30 kann Sie keinen Text am Bildschirm lesen und Sie muss auf blindentechnische Hilfsmittel Umsteigen. Sie bearbeitet AuftrĂ€ge ĂŒber eine Eingabemaske am PC und klĂ€rt RĂŒckfragen mit dem Kunden telefonisch. Sie hat das GlĂŒck, dass im Zuge einer Umstellung ein modernes Warensystem eingesetzt wird, das teils per Screenreader fĂŒr blinde Menschen bedienbar ist.

Wie arbeiten blinde Menschen am PC?

Nutzte Sie frĂŒher eine VergrĂ¶ĂŸerungssoftware, um Bildschirmbereiche zu zoomen, so wird jetzt
mangels Sehen eine Vorlesesoftware mit einer Braille-Zeile eingesetzt.
Es wird ab Cursor die aktuelle Textzeile auf der Braillezeile in Blindenschrift dargestellt
Und Sie kann dadurch komplizierte Angaben wie Fremdnamen, Artikelbezeichnungen ĂŒberprĂŒfen.
Dabei werden Ihr die Eingabefelder der Maske fĂŒr KundenauftrĂ€ge angesagt und
Sie kann diese ĂŒber die Tastatur ausfĂŒllen und zur Weiterverarbeitung speichern.

Damit Sie bei RĂŒckfragen mit Kunden im TelefongesprĂ€ch wichtige Notizen festhalten kann,
kann Sie gleichzeitig ĂŒber ein Headset sprechen und die Daten in einem Planer wie Outlook festhalten.
Hierbei hilft Ihr dieser Screenreader als Vorlesesoftware ĂŒber eine synthetische Stimme den eingegebenen Text vorzulesen.

Um sich ĂŒber den Fortschritt in Ihrem Beruf zu informieren, abonniert Sie Online elektronische Zeitschriften im Bereich E-Commerce.

Recherchieren im Internet

Sie benutzt fĂŒr die Recherche zu bestimmten Fragen von Kunden einen Webbrowser. Wenn sie eine neue Website öffnet, startet ihr Screenreader automatisch am Anfang der Seite. Der Screenreader liest zunĂ€chst den Namen des Webbrowsers und den Titel der Webseite vor. Dies ist der Titel, der in der Browser-Titelzeile oder in den Registerkarten als bereits geöffnete Seite angezeigt wird. Dann liest ihr Screenreader von links nach rechts das Logo , die Überschriften, möglicherweise einige einfĂŒhrende Informationen, ein Suchfeld, einen Navigationsbereich wie ein MenĂŒ und dann den Inhalt der Hauptseite vor. Sie hört sich das beim ersten Besuch einer Website an, aber wenn sie dann auf eine andere Seite geht, will sie es nicht noch einmal hören. Also, sie verwendet Tastenkombinationen, damit sie direkt zum Inhalt dieser Seite gelangen kann. Sie navigiert manchmal nach Überschriften, Orientierungspunkten und Links. Bei hilfreichen Informationen legt Sie im Browser ein Unterverzeichnis an und speichert sich die Seiten als Lesezeichen ab.

Navigieren mit Handy & Co.

Wenn Sonja unterwegs ist und Ihr Handy einschaltet, startet sich der Screenreader automatisch. Sie navigiert dabei zwischen den Elementen und Seitenbereichen ĂŒber Wischgesten, die Sie mit mehreren Finger gleichzeitig ausĂŒbt. Sie verwendet den Sprachassistent, um den Browser fĂŒr einen wichtigen Beitrag aufzurufen und diktiert dazu die Adresse in die Zeile. FĂŒr die weitere Recherche nutzt Sie die Suche der Startseite, aktiviert diese und gib den Begriff ein. Dabei streift Sie mit dem
Finger ĂŒber die eingeblendete Tastatur und Tipp den angesagten Buchstaben vom Screenreader ein.
Die VorschlĂ€ge der Autokorrektur wird ebenso angesagt und der passende Begriff bestĂ€tigt Sie wieder mit tippen. Jetzt lĂ€sst Sie sich ĂŒber eine weitere Geste den gesamten Text ab dem Inhalt vorlesen.

Menschen wie Lisa, die nicht sehen können, können mehr und mehr effektiver an weitere Aspekte des Lebens teilnehmen und sich mit anderen Personen vernetzen. Mit dem notwendigen VerstĂ€ndnis fĂŒr die Barrierefreiheit Ă€hnlich wie der Begriff der Nachhaltigkeit, können Designer Technologien entwickeln, die von vornherein bedienerfreundlich auch fĂŒr blinde Menschen sind. Es fehlt dazu eine stĂ€rkere Verbindlichkeit fĂŒr die Barrierefreiheit, obwohl viele AnsĂ€tze und Techniken bereits vorhanden sind. Diese umfassen nicht mehr als 6 % erhöhten Aufwand zu den gesamten Entwicklungskosten!

Nutzen der Barrierefreiheit fĂŒr Beruf und Bildung

Ein barrierefreier Zugang fĂŒr berufliche digitale Bildung ermöglicht gerade blinden Menschen ein breiteres Spektrum an allgemein gĂŒltigen AbschlĂŒssen auch im Hinblick auf Arbeitgeber, die nach bestimmten Qualifikationen einstellen.
Bestehen im Lernprozess keine Barrieren fĂŒr unterschiedliche BeeintrĂ€chtigungen fördert dies von vornherein das Lernen mit diversen Gruppen!

Merkzettel:

  • Blinde- und hochgradig Sehbehinderte Menschen benötigen eine einheitliche Seitenstruktur, um gezielt und schnell zum gewĂŒnschten Inhalt zu gelangen.

  • Dazu sind Überschriften mit untergeordneten Bereichen sinnvoll zu gliedern.

  • Alle visuellen Inhalte, die eine Information darstellen, mĂŒssen als Text diese ausreichend beschreiben.
    Dies gilt auch fĂŒr komplexere Schaubilder und Diagramme.

  • Alle wichtigen Inhalte und AblĂ€ufe mĂŒssen auch per Tastatur gleichwertig zur Maus erreichbar sein, da teils Menschen mit motorischen BeeintrĂ€chtigungen als auch blinde Menschen rein die Tastatur nutzen.

  • Hinzukommt fĂŒr die mobile Darstellung, dass alle Inhalte und AblĂ€ufe wie per Tastatur und Maus auch per Touch erreichbar und bedienbar sind.

  • Dies gilt auch innerhalb einer Anwendung, deren Interaktion durch PopUp-Fenster und geĂ€nderte Aktionen vorhersehbar sein muss.

Was bedeutet Sehbehinderung?

Die vielfallt an Formen von Sehbehinderung sind sehr zahlreich und in bestimmten FĂ€llen im Zusammenhang mit ursĂ€chlich anderen BeeintrĂ€chtigungen zu verstehen. So könnte beispielsweise aufgrund von schnell verlaufender Multiple Sklerose „konkurrierend“ eine stĂ€rkere Sehbehinderung eintreten. Um einen kleinen Überblick auf konkrete Formen von Sehbehinderung zu geben, beschreibe ich an dieser Stelle Formen der Netzhauterkrankung als ein Teil von Blindheit und Sehbehinderung. Ich freue mich ĂŒber Ihr Feedback!

Was ist keine Sehbehinderung?

Bei der Kurz- oder Weitsichtigkeit liegt eine HornhautkrĂŒmmung vor, die im eigentlichen Sinne keine Augenerkrankung ist. Der Sehverlust kann durch eine Sehhilfe wie eine Brille oder durch Kontaktlinsen korrigiert werden. Erst wenn dies dauerhaft nicht mehr möglich ist und das Sehvermögen allgemein zwischen 5 bis 30 % liegt, besteht eine Sehbehinderung.

Formen von Sehbehinderung

Hinzukommen weitere Faktoren wie Blendeempfindlichkeit bei bestimmten Farben wie schwarze Schrift auf weißem Hintergrund, ein eingeschrĂ€nkter Ausschnitt – auch Gesichtsfeldgenannt, indem die Person sieht. Ist dabei ein scharfes sehen wie durch eine Art „Tunnel“ möglich oder nutzt die Person ĂŒber das „rĂ€umliche Sehen“ eher die Wahrnehmung, um sich zu orientieren?
Oder verschieben sich gar Linien und Formen von GegenstÀnden durch ein Sehen wie durch ein Mosaik-Fenster, weil die Netzhaut am Augenhintergrund betroffen ist?

Zur Sehbehinderung zĂ€hlt auch die Farbfehlsichtigkeit, wobei bestimmte Farbkombinationen wie beispielsweise die rot-grĂŒn SchwĂ€che nur als Graustufen erkannt werden.

Elektronische Sehhilfen

Bei geringer SehschĂ€rfe wird oft eine VergrĂ¶ĂŸerungshilfe eingesetzt. Solange dies fĂŒr ein kontinuierliches Sehen ausreicht, können Texte auf dem Smart-Phone am Bildschirm oder auf dem Tablett mit angepassten Farben vergrĂ¶ĂŸert werden. Jedes dieser GerĂ€te bietet dazu passende Eingabehilfen an.

Video , wie mit VergrĂ¶ĂŸerung gearbeitet wird.

Quelle: vimeo.com

Vorteile beim arbeiten mit VergrĂ¶ĂŸerung (englisches Video)

from
Arbeiten mit VergrĂ¶ĂŸerung

on


Vimeo
.

Wie arbeiten sehbehinderte Menschen?

Erik muss PlĂ€ne, Baubeschreibungen und Zeichnungen einsehen. Seine VergrĂ¶ĂŸerungssoftware verfolgt dabei fortlaufend den Fokus am Bildschirm, so dass er immer den aktuellen Ausschnitt sieht. Bei lĂ€ngerem arbeiten am Bildschirm kann er mit dem Programm die Farben auf schwarzen Hintergrund mit weißer Abbildung und Text umkehren, um fĂŒr Ihn angenehmer am Bildschirm sehen zu können.

Auf dem zweiten Bildschirm kann er ĂŒber einen Schwenkarm mit einer digitalen Kamera zusĂ€tzliche Zeichnungen aus Fachschriften auf einem rotierenden Fuß einsehen und benötigte Abschnitte fotografieren. So baut er fĂŒr Fachbereiche
Ein digitales Archiv nach einem bestimmten Katalogsystem auf, das von Mitarbeitern genutzt wird.

Zum Telefonieren nutzt er eine Software am Bildschirm, welches die Nummer in einem extra Fenster vergrĂ¶ĂŸert anzeigt und ein Signal fĂŒr eingehende Anrufe ausgibt. Auf diese Weise kann er auch das Adressverzeichnis einsehen und ĂŒber das AusklappmenĂŒ bei RĂŒckfragen und AuskĂŒnfte anrufen oder per gespeicherte Email antworten. ZusĂ€tzlich bietet die VergrĂ¶ĂŸerungssoftware eine Vorlesesprache an, die reine Texte in Emails und in elektronischen Dokumenten vorgelesen wird.

Bei Erik wurde zudem eine mittlere Farbblindheit festgestellt, so dass er die mit grĂŒner Farbe bereits gelesenen Mails nur als graue Farbe wahrnimmt. Damit er diese von den ungelesenen Mails unterscheiden kann, orientiert er sich an den Grafik-Symbolen vor den Betreffzeilen im Posteingang.

Merkzettel:

  • Die Farbwahl zwischen Hintergrund und Text sollte kontrastreich aber nicht blendeempfindlich sein.

  • Einen ersten Hinweis dazu können KomplementĂ€rfarben bieten, die auch die Farbfehlsichtigkeit berĂŒcksichtigen.

  • Wichtige Hinweise oder Elemente, die eine Aktion auslösen, dĂŒrfen nicht rein durch Farbe hervorgehoben sein.

  • Es sind auf Schriftarten zu achten, die bei VergrĂ¶ĂŸerung nicht verzerren.

  • Die GrĂ¶ĂŸe der Schrift folgt im Aufbau einer logischen Reihenfolge, beispielsweise sichtbar absteigend von den Überschriftebenen bis zum reinen Fließtext.

  • Der Kontrast fĂŒr vergrĂ¶ĂŸerte Schrift kann geringer ausfallen als fĂŒr die normale SchriftgrĂ¶ĂŸe, muss sich aber dennoch ausreichend vom Hintergrund abheben.

Gehörlos- und Schwerhörigkeit


Automatischer Untertitel und die Barrierefreiheit

YouTube bietet in den aktuellen Versionen seines Players einen automatisch generierten Untertitel
FĂŒr Videos in der gewĂ€hlten Sprache an. Dieser wird sogar von Screenreadern fĂŒr blinde Menschen erkannt und vorgelesen, so dass hier der Eindruck entsteht, dieses Video ist jetzt barrierefrei.
Leider wird alles, was gesprochen wird auch im Untertitel angezeigt, obwohl blinde Menschen die Dialoge verstehen. Es fehlen nur die Informationen fĂŒr bildliche Handlungen, die mittels Audiodeskreption hinzukommen. Sow wĂŒrde die synthetische Stimme des Screenreaders stĂ€ndig die Dialoge mit sprechen – also fĂŒr blinde Menschen nicht unbedingt nutzbar.

FĂŒr gehörlose und schwerhörige Menschen dagegen, wĂ€re dies kein Problem – es könnte ja der Ton ausgeschaltet werden. Allerdings sind diese automatischen Tools bei der Übersetzung oft mit Fehlern – auch im Satzaufbau behaftet, so dass schnell der inhaltliche Zusammenhang verloren geht.

Es wurde von der Firma SignTime GmbH ein Avatar vorgestellt, der Text in GebÀrdensprache umwandelt, dies wurde von Gehörlosen aufgrund der gewÀhlten Interpretation der GebÀrdensprache zur Schriftsprache hin eher als recht unvollstÀndig beschrieben.

Siehe auch:

https://www.bizeps.or.at/sind-gebaerdensprach-avatare-sinnvoll/

Das Cochlea Implantat

Das Cochlea Implantat wird heute bereits bei Kleinkindern eingesetzt und die Fachwelt spricht von einer verbesserten LebensqualitĂ€t fĂŒr das Hören. Akustische Signale werden fĂŒr die Sprache
Mittels einer synthetischen Stimme â€žĂŒbersetzt“. Dieser Klang ist dem Gehirn in der Form nicht verstĂ€ndlich und muss nach und nach erlernt werden. Nach mehr als einem Jahr ist es laut Forschung möglich, die gelĂ€ufige Sprache vollstĂ€ndig zu verstehen.

Ein Beispiel

„Hören Sie Sich zuerst das Demo b) “Simulation der synthetischen Stimme an”.

Erkennen Sie, was fĂŒr ein Satz gesprochen wird? Benutzen Sie bitte ggf. das Audio erneut. Hören Sie danach das Demo A das Ergebnis mit einer natĂŒrlichen Stimme an.

Wenn Sie nun erneut das Demo b) “mit der Simulation ” anhören, probieren Sie aus, wie Sie den Satz jetzt verstehen. Das Gehör nimmt den Satz mit nur 12 Frequenzen (entspricht 12 Elektroden eines CIs) wahr. Dies ist das Spektrum , die ein Implantat-TrĂ€ger am Anfang seiner Nutzung lernt.“

Quelle: UniversitÀtsklinikum Frankfurt

Berufswunsch von Peter

Peter ist von Geburt an gehörlos und hat frĂŒher als Schriftsetzer in einer Druckerei gearbeitet. Dieser Beruf wird im Zuge der Digitalisierung in der Form nicht mehr ausgeĂŒbt

Und eine Umschulung ist technisch fĂŒr Ihn nicht ohne weiteres möglich. Peter hat sich entschieden, in einen anderen Beruf zu wechseln. Die Arbeitslosigkeit bei gehörlosen Menschen ist sehr hoch und er hat sich entschieden, dass er eine Lehre beim BĂ€ckermeister absolviert, der Ihn einstellt samt erforderlicher Hilfen. DafĂŒr absolvierte er ein Orientierungspraktikum und der Chef war danach begeistert,
– auch wegen der fehlenden NachwuchskrĂ€fte im Gewerbe.

Als Geburtsgehörloser hat er nie eine Vorstellung ĂŒber das Hören erfahren und mit vierzig Jahren hat er sich sein System geschaffen, womit er auch im Beruf zurechtkommt. DafĂŒr hat er an seinem Arbeitsplatz ein Ampelsystem integriert, bei dem
Die verschiedenen Backwaren mittels Zeitmessung fertiggestellt werden. Bei grĂŒnem Signal am Ofen ist die Ware fertig und er legt die nĂ€chste Fuhre ein. Mittels Übersichttafeln werden die Menge der verschiedenen Backwaren notiert Und an einem Whiteboard werden die fĂŒr den nĂ€chsten Zeitraum geplante Produktion festgehalten. Bei Teambesprechungen wird ein Teleassistent angerufen , um die wichtigsten Ergebnisse in GebĂ€rdensprache zu ĂŒbersetzen. So bleibt Mark auf den neuesten Stand.

Die Ausbildungsinhalte lernt er an einer beruflichen Fachschule fĂŒr gehörlose Menschen, welche in einer anderen Stadt liegt.

Merkzettel:

  • Untertitel sind fĂŒr gehörlose- und schwerhörige Menschen vorgesehen und nicht fĂŒr blinde- und hochgradig sehbehinderte Menschen geeignet.

  • Die Sprache im Web aus Text, erklĂ€renden Symbolen und Informationen aus Videos ist fĂŒr gehörlose Menschen die passende Form – Die Form der vermittelten Inhalte sollten kurz, einfach und verstĂ€ndlich sein.

  • Grafische Symbolik und besondere Hervorhebungen von Textpassagen können Ausdruck und Wichtigkeit bei Untertitel verstĂ€rken.

  • Ein Video ist barrierefrei, wenn sowohl ein Untertitel als auch eine Audiodeskription angeboten wird.

weitere Quellen:

Grenzen und Möglichkeiten von Avataren.

Sind GebÀrdendolmetscheravatare sinnvoll?

Einleitung – Richtlinien

Historie

Die zunehmende Digitalisierung im Web seit den 2000-er Jahren
Erforderte erste Maßnahmen und Konzepte fĂŒr eine bessere ZugĂ€nglichkeit und damit auch eine Teilhabe fĂŒr Menschen mit Behinderung.
Dazu wurde 2002 eine Richtlinie – die Barrierefreiheits-Informationstechnik-Verordnung BITV eingefĂŒhrt. ein Experten-Team entwickelte daran angelehnt ein Verfahren, um die digitale Barrierefreiheit nach feststehenden MaßstĂ€ben prĂŒfen zu können. Dieses Verfahren berĂŒcksichtigt die Weiterentwicklung von Standards und passt das PrĂŒfverfahren fortlaufend an neue Technologien an.

In der ersten Stufe wurde weitestgehend der Fokus auf das statische Web mit noch weniger interaktionen betrachtet
und das prĂŒfverfahren daraufhin abgestimmt.
Mit der BITV 2.0 entstand das dynamische Web, wobei nicht mehr sichganze Seiten neu gerendert wurden,
sondern sich nur teile der Inhalte auf der Seite dynamisch Ă€ndern. So entstand ein viel aktiveres “mitmach” Web 2.0 mit den Social-Media Applikationen, die in diese neuen Richtlinien aufgenommen wurden. In
der aktuellen Version ist die Barrierefreiheit fĂŒr die unterschiedlichsten EndgerĂ€te mit unterschiedlichen Screendesign durch Touch Techniken hinzugekommen.

Umfang und Grenzen der digitalen Barrierefreiheit

Der schnelle Wandel in der digitalen Informationstechnik erfordert die Einhaltung allgemeiner Standards, damit Hilfsmitteltechnologien Ihre Anpassungen in einer realistischen Zeit umsetzen können.

  • Es sind Scriptingsprachen und Frameworks fĂŒr das Web zu verwenden, die APIs Bibliotheken mit Barrierefreiheitsaspekten einhalten.

  • Es werden Browser verwendet, die diesen Standard in der Form aufbereiten, dass Hilfsmitteltechnologien an diese Schnittstellen zugreifen können.

FĂŒr die Umsetzung der Technologien ist es wichtig, eine möglichst allgemeine Lösung fĂŒr die unterschiedlichen Behinderungen anzubieten
und nur dann, wenn es sich nicht anders umsetzen lÀsst eine extra Lösung einzurichten.
So lassen sich beispielsweise Untertitel fĂŒr gehörlose und eine Hörfilmfassung mit einer extra Tonspur fĂŒr blinde Menschen nicht in einer Form umsetzen und sind getrennt zu betrachten.

Heterogene Gruppe der Menschen mit Behinderungen

Bei den unterschiedlichen Behinderungen ist es schwer all diese Aspekte berĂŒcksichtigen zu können, deshalb wurden Schwerpunkte fĂŒr bestimmte Behinderungsarten festgelegt, die in die Richtlinien enthalten sind.
Dies soll ein möglichst breites Spektrum abdecken, erreicht aber bei weitem nicht schÀtzungsweise alle 400 Behinderungsarten und erfordert auch weiterhin kreative Konzepte!
Wenn in bestimmten FĂ€llen eine besondere Zielgruppe im Fokus steht,
sollte hier eine extra Lösung angeboten werden – wie beispielsweise Angebote in leichter Sprache.

Somit behandeln die Richtlinien zur digitalen Barrierefreiheit hauptsÀchlich die folgenden Behinderungsarten:

  • Blinde und Sehbehinderte Menschen.

  • Gehörlose und Schwerhörige Menschen

  • Menschen mit motorischer Behinderung.

  • Und die grĂ¶ĂŸte Gruppe der Menschen mit kognitiven BeeintrĂ€chtigungen.

Gesetze und Richtlinien

Der Zeitplan im Kontext der Inklusion

  • Die WHO geht davon aus, dass 15 Prozent der Bevölkerung eine Behinderung hat.
    als Behinderung gilt, wenn eine TĂ€tigkeit gar nicht oder nicht mehr effizient ausgefĂŒhrt werden kann.
  • 2006 stellt die UNO die Rechtskonvention fĂŒr Menschen mit Behinderung auf, die 2008 in Kraft tritt. Definiert wird der Begriff Barriere aus dem Kontext der durch die Umwelt geschaffener baulicher und auch digitaler Maßnahmen entstehen.
    Diese können dazu beitragen, dass ein Mensch in seinem Handeln und in seiner Entwicklung behindert wird.
  • 2009 tritt der völkerrechtliche Vertrag der UNO in Deutschland (Ratifizierung) mit der Forderung des Rechts auf Inklusion in Kraft. Inklusion heißt, dass alle Menschen teilhaben können am gesellschaftlichen Leben und ĂŒberall einbezogen werden, unabhĂ€ngig von Geschlecht, FĂ€higkeiten oder EinschrĂ€nkungen. Dies gilt auch fĂŒr sĂ€mtliche Kommunikationsbereiche
    sowie fĂŒr den Bereich Bildung und Lernen.
  • 2003 entstand parallel zum Prozess der UNO auf nationaler Ebene die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) , die auf
    Grundlage des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes entstanden ist.
  • 2011 und im Oktober 2019 wurde die BITV in der Stufe 2 und als neue BITV 2.0 fortlaufend technischen Entwicklungen angepasst. Diese dient als Grundlage fĂŒr die Umsetzung der Digitalen Barrierefreiheit in den LĂ€ndern der BRD.

  • Juni 2019 ist der European Accessibility Act gesetzlich in der EU verabschiedet worden und muss bis 2025 verbindlich umgesetzt sein. Dieser ist Vorgabe fĂŒr die Umsetzung der Digitalen Barrierefreiheit in den Mitgliedsstaaten der EU und bezieht sich teils auf Dienstleistungen und Produkte privater Unternehmen.
  • Im Mai 2021 wurde im deutschen Bundestag das BarrierefreiheitsstĂ€rkungsgesetz – BFSG verabschiedet, welches auf nationaler Ebene die Umsetzung des EAA fĂŒr Deutschland darstellt.

Wer muss die Digitale Barrierefreiheit umsetzen?

Die Richtlinie 2016/2102 adressiert die öffentliche Hand
Und ist in die neue BITV eingegangen. Sie umfasst die folgenden Punkte:

  • Anwendungen des Internets von öffentlichen Einrichtungen und des Intranets.
  • Verwaltungsanwendungen und Dokumente öffentlicher Stellen
    Das sind alle Stellen, die dem EuropÀischen Recht nach der öffentlichen Auftragsvergabe unterliegen.

Dazu zÀhlen:

  • Bund, LĂ€nder und Gemeinden.
  • juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts, sofern diese im Allgemeininteresse liegende Aufgaben nicht-gewerblicher Art wahrnehmen

Ein allgemeines Interesse besteht bei folgenden Institutionen:

  • SozialversicherungstrĂ€gern
  • Rentenabteilungen
  • Krankenkassen und kommunale AufgabentrĂ€gern, z.B. Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte
  • Kultureinrichtungen
  • Teile der Wirtschaft und Handel, wenn diese zu
    Mehr als 50% fĂŒr öffentliche Auftraggeber arbeiten.
  • Öffentlicher Nahverkehr
  • Öffentliche BildungstrĂ€ger von Aus- und Weiterbildung
  • SozialtrĂ€ger mit Dienstleistungen

Ausnahmen bestehen fĂŒr Schulen, KindergĂ€rten und Krippen. Die wesentlichen Verwaltungsfunktionen mĂŒssen allerdings auch in diesem Fall den Barrierefreiheitsanforderungen der Richtlinie Rechnung tragen.

Welche Aspekte bestehen somit an die digitale Barrierefreiheit?

FĂŒr den Gedanken der Inklusion betrifft dies insbesondere Menschen,

  • die als Besucher von Websites keine visuellen Informationen aus Diagrammen und Bildern wahrnehmen können.
  • die keinen Ton hören oder keine Maus bedienen können
  • die langsame Internetverbindungen durch Smart-GerĂ€te verwenden und die große Dateien nicht einfach herunterladen können.
  • die Schwierigkeiten haben, sich auf schlecht organisierten Websites mit unklarem Aufbau zurechtzufinden, weil Sie eine Lernbehinderung haben, eine andere Sprache sprechen oder jĂŒnger bzw. Ă€lter als der durchschnittliche Benutzer sind.

All diese Faktoren erfordern ein universales Design, das von einem möglichst breiten Spektrum potenzieller Besucher und nicht von einem idealisierten “Durchschnitt” genutzt werden kann. Dies erfordert, dass sie die BedĂŒrfnisse von Personen mit einer Vielzahl von Behinderungen, Altersgruppen und Muttersprachen berĂŒcksichtigen mĂŒssen.

Um eine organisationsweite Entwicklung fĂŒr ein inklusives Design zu gewĂ€hrleisten, werden auf internationaler Ebene die Web-Content-Accessibility-Guidelines – die WCAG als internationaler Standard zur Barrierefreiheit verwendet. Diese sind seit 2019 in EN 301 549 eingegangen und auf europĂ€ischer Ebene verpflichtend.


Quelle:

Barrierefrei, universal oder benutzerfreundlich?

In den letzten Jahren haben sich praktisch drei Design-AnsĂ€tze entwickelt, die fĂŒr alle Menschen
einfacher zu nutzen sind und somit auch die Gruppe der menschen mit Behinderung einschließen.
Diese gelten sowohl fĂŒr bauliche Maßnahmen als auch fĂŒr Produkte und Dienstleistungen im Bereichen der Kommunikation und Unterhaltungselektronik. Hinzu kommt der Bereich der Informationstechnologien mit seinen Angeboten wie Hardware, Software, medialen – und online Lernangeboten, Websites sowie der inklusive Unterricht.

Worin unterscheiden sich diese drei Begriffe eigentlich?

Die Barrierefreiheit hat den Personenkreis der Menschen mit Behinderung im Fokus, wobei beachtet wird,dass Sie die Eigenschaften von Produkten, Dienstleistungen und Einrichtungen selbstÀndig nutzen können.
Der Gesetzgeber hat hierfĂŒr Richtlinien verabschiedet die vorschreiben, dass ” öffentliche Einrichtungen und Dienstleistungen fĂŒr Menschen mit Behinderungen vollstĂ€ndig zugĂ€nglich sein mĂŒssen”. Anders betrachtet, ist die ZugĂ€nglichkeit und somit die Teilhabe an allen wesentlichen Bereichen des Lebens herzustellen und fortlaufend anzupassen.

Design for all – Universelles Design

Dieser Ansatz geht ĂŒber die Barrierefreiheit hinaus und bezeichnet die Gestaltung von Produkten und bauliche Maßnahmen, die von allen Menschen so weit wie möglich genutzt werden können, ohne dass eine Anpassung fĂŒr einen bestimmten Personenkreis erforderlich ist. Beispiele hierfĂŒr sind abgesenkte Bordsteinkanten und automatische TĂŒröffner, die von allen Menschen genutzt werden können.

Als EinflussgrĂ¶ĂŸen fĂŒr das universelle Design können Angaben wie Geschlecht, Alter, Statur, Kultur , NationalitĂ€t /ethnische Gruppe ,, Muttersprache und LernprĂ€ferenz herangezogen werden.
Das ziel des Universellen Design ist, in erster Linie den Bedarf an unterstĂŒtzenden Technologien soweit wie möglich zu verringern oder gar aufzuheben. Dabei werden bereits vorhandene Hilfstechnologien unterstĂŒtzt, wie sie in Hard- oder Software vorhanden sind.
(Beispielsweise die Eingabehilfen von Windows 10, etc.).

Was beide AnsĂ€tze verbindet, dass Sie nicht! dem Kreis der durchschnittlichen Nutzergruppe betrachten und versuchen eine möglichst breite ZugĂ€nglichkeit fĂŒr ein Produkt oder System zu schaffen.

Usability – Benutzerfreundlichkeit

Bezeichnete frĂŒher die Usability eher die Gebrauchstauglichkeit – wird heute der Begriff der Benutzerfreundlichkeit verwendet. Sie beachtet
die intuitive Bedienbarkeit eines Produktes oder Systems,
leicht zu erlernen,verstehen und zu merken. Leider werden immer noch wenig Menschen mit Behinderung in den Tests fĂŒr die Usability einbezogen, so dass diese Produkte fĂŒr Sie nicht unbedingt barrierefrei sind. Die Usability besitzt jedoch aktuell durchaus AnsĂ€tze, die sich mit der Barrierefreiheit kreuzen und auch Aspekte des universellen Design betreffen:

Leichte Erlernbarkeit, welches fĂŒr die Barrierefreiheit die VerstĂ€ndlichkeit betrifft. Auch ie Konsistenz, also die SchlĂŒssigkeit eines Produktes, welche wiederum eine klare FunktionalitĂ€t der Barrierefreiheit voraussetzt und nicht zuletzt die Effizienz und EffektivitĂ€t, bei denen beide AnsĂ€tze mit minimalen einfachen Aufwand erfolgreich Ire erforderlichen ziele und Lösungen anstreben.

Fazit

Wenn Produktdesigner universelle Designprinzipien anwenden, mit besonderem Augenmerk auf die ZugĂ€nglichkeit fĂŒr Menschen mit Behinderungen, und wenn Usability-Experten routinemĂ€ĂŸig Menschen mit verschiedenen Behinderungen in Usability-Tests einbeziehen, werden mehr Produkte fĂŒr alle zugĂ€nglich und nutzbar sein.

Inklusives Design

„Wenn alles in der digitalen Umwelt so vorhanden ist, dass jede Person sich mit seinen individuellen BedĂŒrfnissen zurechtfinden kann, dann ist das Prinzip fĂŒr ein inklusives Design verwirklicht“.

Aus diesem Blickwinkel heraus kann ein Ansatz in der Form verstanden werden, dass nicht nur Lösungen fĂŒr die ZugĂ€nglichkeit (hier Barrierefreiheit) bereitgestellt werden,
sondern jede Person sich im Angebot zurechtfindet und damit wertgeschĂ€tzt und willkommen ist. Sei es als Ă€lterer Mensch, mit und ohne interkulturellen Hintergrund sowie nach Gender und geschlechtlicher IdentitĂ€t. Alles zusammen fließt ein in das im vorherigen Beitrag beschriebene „Design for All!“ oder auch als das Gesamtkonzept fĂŒr das universale Design. Alle Menschen sollen davon profitieren, beispielsweise in Form von gemeinsames und damit diverses Arbeiten in Teams und lernen in Gruppen.

Bereiche der digitalen Inklusion

Mit diesen Ansatz lassen sich fĂŒr die digitale Inklusion grob folgende Bereiche aufzeigen, in denen der Entwicklungsprozess stattfindet:

  • Bereiche der Barrierefreiheit fĂŒr Menschen mit Behinderung.

  • Einen Vereinfachten Zugang ermöglichen durch,

    fĂŒr Hardware und Software sowie eine Internetanbindung.

    fĂŒr Computerkenntnisse und deren FĂ€higkeiten.

  • Die wirtschaftliche Situation – durch geringe Kosten fĂŒr den Zugang.

    Bildung und Information – den Bildungsstand berĂŒcksichtigen und eine einfache Umsetzung in andere Sprachen.

  • geografische Lage, betrifft u.a. kulturelle und regionale Gegebenheiten.

  • Alter, einschließlich Ă€lterer und jĂŒngerer Menschen – Hier durch ein einfaches VerstĂ€ndnis von Technik.

  • Sowie Sprache. – Hier nach ethnischen und kulturellen Aspekten.

Der inklusive Design Prozess

Was ist ein inklusives Team?

Je diverser ein Team, desto mehr individuelle Vorurteile werden deutlich, auch im Hinblick dazu, wie vielfĂ€ltig das breite Publikum der Nutzer und Nutzerinnen aufgestellt ist. Nutzen fĂŒr die Nutzer entwickeln, dabei die Inspiration von ausgeschlossenen Gemeinschaften fĂŒr weitere noch unberĂŒcksichtigte Nutzergruppen zu gewinnen sind wesentlich und dĂŒrfen nicht aus eigener Perspektive des Teams ersetzt werden.

Inklusive Bilder

GrundsĂ€tzlich werden zwei Techniken fĂŒr die Bildsprache eingesetzt:
Beim Abstrahieren bleibt die bildliche Aussage weniger konkret – konzeptionelle Illustrationen mit abstrakten Darstellungen von Farben, Menschen und Situationen werden eingesetzt, um ein breites Publikum anzusprechen. Genauso kann ein breites Spektrum durch Diversifizierung, die viele Interessensgruppen aufzeigt ansprechen,ohne hierbei konkret zu werden. Beide AnsĂ€tze versuchen ein möglichst breites Spektrum in Frage kommende Personen zu erreichen.

Inklusive Texte und Sprache

Neben einem klaren und einheitlichen Aufbau der Inhalte in einer einfachen klaren Sprache gibt es fĂŒr das inklusive VerstĂ€ndnis weitere Aspekte:
Gender und Geschlecht sind beispielsweise zwei unterschiedliche Formen der Identifizierung und es ist sinnvoll die angesprochene Person ĂŒber ein extra Eingabefeld sich nach den eigenen Vorstellungen ausdrĂŒcken zu können. Ebenso verhĂ€lt es sich mit der ethnischen Zugehörigkeit, die durchaus mit mehr als ein Wort wie „Asiatisch-Britisch“ angegeben werden kann. Auch hier muss zwischen Nation und Zugehörigkeit unterschieden werden.

Inklusive Identifikation durch eigene Wahl bestimmen

Dies betrifft nach der Auswahl der Identifikation nach Geschlecht,Herkunft und anderer Kriterien auch die passende Anrede im weiteren Textverlauf und Sprachwahl. Oft wird hierzu eine Anredeform (Pronomen) einem Geschlecht zugeordnet – beispielsweise weiblich und weiter mit dieser gearbeitet, anstatt eigene Pronomen zuzulassen. Eine individuellere Lösung bietet eine stĂ€rkere Beziehung zu allen Nutzern und erzeugt WertschĂ€tzung. Weniger persönlich und eher fĂŒr einen fachlichen Kontext geeignet, ist die geschlechtsspezifische Bezeichnung durchweg im Text zu streichen. Der Vorteil wĂ€re, dass diese Form leichter und wiederum öfters verwendet werden kann.

Weitere inklusive Design AnsÀtze

  • „Kinderleicht“ entwickeln, jeder Mensch kann es nutzen.

  • Richtlinien fĂŒr ein inklusives Design erleichtern die Dinge, wie Sie gestaltet werden können.

    Beispielsweise können erste Informationen zur Ethnischen Herkunft wie „Asiatisch-Britisch“ vorab ĂŒber das System eingeholt werden, um dann die eigentliche Befragung durchzufĂŒhren.

  • Bei mobilen Aspekten und fĂŒr die Bedienung ĂŒber definierte Gesten ist ein Angebot fĂŒr ein 1-Finger-Äquivalent fĂŒr 1-Hand-Navigation bei motorischer EinschrĂ€nkung sinnvoll und wichtig. Dies gilt auch fĂŒr weitere mehrfach nutzbare Bedienkonzepte.

  • DarĂŒber hinaus sind die Toolkits bei Betriebssystemen wie Sprachassistenten wie Cortana, enthaltene Screenreader und zusĂ€tzliche Eingabehilfen bereits vorhanden und nutzbar.

Fazit

Inklusives Design ist ein interdisziplinĂ€rer Ansatz, der auch die Barrierefreiheit und Benutzerfreundlichkeit berĂŒcksichtigt. WĂ€hrend die Barrierefreiheit einen starken Fokus auf die technische Umsetzung fĂŒr Hilfstechnologien legt, kommen beim inklusiven Ansatz weiterreichende Aspekte der VerstĂ€ndlichkeit und BefĂ€higung zum Tragen. Somit ist dies auch umfassender als fĂŒr die Benutzerfreundlichkeit fĂŒr ein Produkt oder Dienstleistung ein möglichst großes „Benutzererlebnis zu erschaffen“.

Barrierefreies Design

Barrierefrei im Sinne der Richtlinien bedeutet, dass keine Person von der Nutzung einer Website
ausgeschlossen wird oder diese nur eingeschrÀnkt nutzen kann.
Angelehnt am universalen Design soll eine Website entwickelt werden, die möglichst von vielen Menschen mit unterschiedlichen FÀhigkeiten genutzt werden kann und wenn sich dies nicht ermöglicht, ist eine gesonderte Lösung anzubieten.
Beispiele sind Audiodeskription fĂŒr blinde Menschen oder Untertitel fĂŒr vertonte Videos.

Zielgruppe sind insbesondere Menschen mit BeeintrĂ€chtigungen fĂŒr die Ausnahmen gelten. Im Fokus der Richtlinien stehen insbesondere Menschen, bei denen eine Person Schwierigkeiten mit der Bewegung und der HĂ€nde, des Sehens und Hörens und ein großer Bereich der Konzentration, des Verstehens und insgesamt der kognitiven FĂ€higkeiten hat.

 

Die Prinzipien der Barrierefreiheit

 

Wahrnehmung und Transformation

 

Ein wichtiger Aspekt fĂŒr die Barrierefreiheit ist das transformieren in andere Formate und somit auf mehreren Arten wahrgenommen wird und zur VerfĂŒgung steht. Text kann durch die von Menschen mit Behinderungen verwendeten Hilfsmittel in Audio und in Braille genutzt werden. Audio kann wiederum in Text umgewandelt werden, aber dies muss bereits auf der Website zur VerfĂŒgung stehen, also bevor es den Benutzer erreicht.
Neben Text sind auch bildliche Informationen, Animationen und Videos mit alternativen Angeboten anzubieten, um auch hier wiederum auf unterschiedliche Wahrnehmungen einzugehen.

(Transkript fĂŒr blinde Menschen, Untertitel fĂŒr gehörlose Menschen und Symbole fĂŒr wichtige Hinweise und Informationen).

 

Bedienbarkeit

 

Der Inhalt sollte ĂŒber mehrere Eingabemethoden navigierbar oder bedienbar sein
und es sollten variable Zeitlimits fĂŒr die ErfĂŒllung eingerechnet werden, um die gestellte Aufgabe erledigen zu können.
(Internetbanking mit eigener Zeitkontrolle, ohne dass die Sicherheitsaspekte fĂŒr die Transaktion gefĂ€hrdet sind).

 

Dies gilt auch fĂŒr Animationen und zeitgesteuerte Medien, deren Bedienung und Handhabung individuell angepasst werden kann, unabhĂ€ngig vom Eingabemedium
Das betrifft Tastatur oder Maus / Touch Bedienung – auch als Hilfsmittel davon abgeleitet.
Werden falsche Eingaben oder Elemente ausgelöst muss hierfĂŒr ein Mechanismus bereitgestellt werden, diesen Schritt zurĂŒckzunehmen und den Ausgangszustand wieder zu erreichen.

 

VerstÀndlichkeit

 

Wenn der Inhalt ĂŒber die verschiedenen Formen wahrgenommen werden kann und auch nach den Richtlinien bedienbar ist kann dieser trotzdem unverstĂ€ndlich sein und ist somit nicht barrierefrei. Ein großer Schwerpunkt liegt hier auf die VerstĂ€ndlichkeit , die durch Sprache vermittelt wird. Sie sollte so einfach wie möglich formuliert werden und dabei prĂ€gnant sein. Dies richtet sich nach der Bildung der Zielgruppen, dem Alter und der Lebenserfahrung, nach der Kultur und Vertrautheit der Materie. Texte können durch Abbildungen und Videos ergĂ€nzt werden und fĂŒr bestimmte Gruppen als gleichwertiges Angebot bereitgestellt werden.

(Gehörlose lernen gern per Video).

 

Zusammenfassungen und Abstracts können das erfassen von viel Text auf das Wesentliche konzentrieren. VerstĂ€ndlichkeit betrifft darĂŒber hinaus weitere Aspekte wie die nachvollziehbaren AblĂ€ufe eines Systems wie beispielsweise ein Bestellsystem. Alles sollte vorhersehbar sein, was erwartet mich? WO befinde ich mich im Ablauf?
Und dies mit Hinweisen und eindeutigen Anleitungen ergÀnzt.

 

Robust

 

Bei der Entwicklung einer Website ist darauf zu achten, dass diese möglichst von vielen Browsern unterstĂŒtzt wird. Dies richtet sich nach der MarktgrĂ¶ĂŸe der Anbieter und deren Schnittstellen, die von verschiedenen Hilfsmittel und ihrem bevorzugten Browser genutzt werden können. Dies sollte auch dann noch funktionieren, wenn individuelle Anpassungen wie Farbe, Schrift und GrĂ¶ĂŸe etc. vorgenommen werden. Hierbei besteht immer das Gleichgewicht zwischen Innovation und neue Technologien und die UnterstĂŒtzung und Stand der Hilfstechnologien zu beachten. Ein Kompromiss könnte eine Altersgrenze von Browsern sein, die Technologien bis 4 Jahre alt unterstĂŒtzen und Ă€ltere Browser können noch auf die Inhalte zugreifen, aber das Layout wird nicht mehr richtig abgebildet. Die Entwicklung nach gĂŒltigen Standards fĂŒr Websites ist bereits ein wichtiger Schritt, der von den meisten Hilfstechnologien unterstĂŒtzt wird und ist dabei flexibel genug, Schnittstellen fĂŒr zukĂŒnftige Technologien anzubieten.
(Offene Architektur)

 

Merkmale

 

  • Die Inhalte werden als Text, Bild oder vertont angeboten und auf der Website als Code und Markup prĂ€sentiert.
  • Browser ,media-Player und andere Agenten mĂŒssen die Inhalte fĂŒr Hilfsmittel entsprechend aufbereiten.
  • Entwickler, Designer, Programmierer, Autoren erstellen Inhalte nach bewĂ€hrten Standards und offene Architektur, die sich durch Bewertungstools zur Barrierefreiheit einfacher ĂŒberprĂŒfen lassen.
  • Dies gilt auch fĂŒr Autorentools zur Erstellung von Websites, die allgemein zugĂ€nglich gestaltet werden mĂŒssen.